DER „BERUHIGUNGSSAUGER“ (SCHNULLER)

Bitte informieren Sie sich vor dem Einsatz eines Schnullers über dessen Nachteile und Bedeutung! Wahrscheinlich spielen bei Ihrer Entscheidungsfindung auch eigene Erfahrungen eine Rolle.

 

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, möchte ich Ihnen hier in Kurzform

wichtige, allgemeine Informationen zukommen lassen:

 

  • Der frühzeitige Einsatz von Beruhigungssaugern steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko des vorzeitigen Abstillens.
  • Der Gebrauch von Beruhigungs- oder Flaschensaugern sowie der Saughut kann die Fähigkeit zum effektiven Stillen beeinträchtigen.
  • Die Brustwarze ist bei korrekter Anlegeposition nur etwas langgezogen, aber nicht verformt.
  • Lippen üben auf Zahnstellung soviel Druck nach innen aus wie die Zunge nach außen drückt; dies ermöglicht eine gerade Zahnstellung.
  • Die physiologische Ruhestellung der Zunge befindet sich hinter der oberen Zahnreihe (Bläschen, Rillen) – sie formt den breiten Gaumen und das Kiefer, dies ist wichtig für das Essen, Schlucken, Sprechen und Atmen.
  • Bei Kindern, die mit der Flasche ernährt werden, soll der Einsatz des Schnullers anfangs möglichst vermieden werden.
  • Der sparsame Gebrauch ist eine Empfehlung für alle Kinder, ganz gleich, wie sie ernährt werden.

 

Ist die Anwendung eines Beruhigungssaugers notwendig, braucht ihn das

Kind?

 

NEIN:

  • Die Hungerzeichen könnten verfälscht und übersehen werden
  • Das natürliche Saugbedürfnis des Kindes wird gestillt, daher trinkt es seltener an der Brust und es erfolgt eine schlechte Gewichtszunahme
  • Es wird weniger Milch gebildet
  • Die Saugbewegungen an der Brust sind anders als beim Schnuller, dies kann eine Saugverwirrung hervorrufen
  • Das Stillen ist noch nicht etabliert – erst mit 4-6/8 Wochen
  • Kann Stillprobleme hervorrufen, non-nutritives Saugen (Saugen ohne Nahrungsaufnahme) nicht gewöhnt, weint bis der Milchspendereflex kommt, die Folgen: Rhagaden und wunde Brustwarzen
  • Beeinflusst Kiefer-, Zahn- und Sprachentwicklung
  • Nuk-Sauger – Zunge stoßt sich bei der Abflachung ab, die Folgen: Vorbiss und hoher Gaumen
  • Offener Biss: Zunge befindet sich in Mittelstellung um Mundschluss zu
  • gewährleisten. Er verhindert die Erforschung der Umwelt, da die Kinder mit 10-12 Wo. alles in den Mund stecken.
  • Das Lautieren beginnt zur gleichen Zeit, die
  • Bezugspersonen sollten damit stimuliert werden, der Schnuller lässt das Kind verstummen, es antwortet
  • niemand – Kommunikationsverarmung als Folge.
  • Ein ständiges Saugen am Schnuller macht die
  • Gesichtsmuskulatur schlaff, bewegungslos und wirkt nicht entspannend.
  • Es kommt zur Verkürzung der Nasengänge - bei Erkrankungen der oberen
  • Atemwege kann die Eustachische Röhre (Verbindung zwischen dem Mittelohr und Nasenrachenraum) infolge Schwellung der Schleimhäute verengt werden oder als Transportkanal für eine aufsteigende bakterielle Infektion dienen und damit eine Otitis Media auslösen. Wegen der Abwehrreaktion vergrößern sich zudem die Rachenmandeln.
  • Ein schwerer Schnuller überfordert die Lippen- u. die Zungenmuskulatur
  • Latex-Allergien nehmen zu – es gibt keinen Gummi ohne Chemie!

 

Um das natürliche Saugbedürfnis zu stillen, Brust oder kurzfristig Finger der Eltern anbieten. Das weinende Kind hat auch andere Bedürfnisse wie etwa nach Körperkontakt, Berührung, Plaudern, Wickeln, Abwechslung, Nahrung, Getragen werden etc.. Diese werden durch die Gabe des Schnullers unter Umständen überdeckt.

 

JA:

  • Wenn das Kind keinen regelmäßigen Kontakt zur Mutter hat
  • Mutter und Kind sind aus medizinischen Gründen räumlich voneinander getrennt
  • Zur Befriedigung des Saugbedürfnisses – andere Bedürfnisse vorher befriedigen z.B. Hunger, Körperkontakt, Getragen werden, Wickeln, Schmusen, Kuscheln, Plaudern usw.
  • Gezielt (wie Medikament) und überlegt einsetzen, möglichst selten und kurz, nur dann wenn der Säugling im Beisein der Mutter „Nuckeln“ möchte, nach dem Einschlafen herausnehmen

 

Wenn ein Schnuller unbedingt gewünscht wird, dann sollten Sie diesen nach der 4. - 6. Lebenswoche verwenden. Das Saugmuster bzw. das Stillen ist bis dahin etabliert. Der Schnuller soll in Form, Größe und Flexibilität dem Mund des Kindes angepasst sein.

 

Kinder benötigen Z/Z/Z:

Zeit, Zärtlichkeit, Zuwendung

 

Die Wahrscheinlichkeit von schädlichen Auswirkungen auf die Mundmuskulatur und das Gebiss ist umso größer,

  • wenn der Schnuller nicht mit den Lippen sondern mit der Zunge gehalten wird
  • je ungünstiger der Schnuller in Beschaffenheit und Form ist
  • je länger die Lutschgewohnheit dauert (je mehr Stunden pro Tag und je mehr Monate und Jahre)

 

Literatur

  • ILCA „Klinische Leitlinien zur Etablierung des ausschließlichen Stillens; 2. Auflage Juni 2005; Nr. 7/10; VELB Verband
  • LLL International „Handbuch für die Stillberatung“, 1. Auflage 2000
  • Martha Guoth-Gumberger, Elizabeth Hormann „Stillen, so versorgen Sie Ihr Baby rundum gut“; GU Ratgeber Kinder
  • Interdiszipl. Arbeitsgruppe Flaschensauger und Schnuller in Zusammenarbeit mit Mathilde Furtenbach UNI-Klinik f. Pädiatrie Innsbruck; „Anforderungen an einen Beruhigungssauger“ (=Schnuller);
  • BMGFJ „Stillempfehlung der Österr. Stillkommission des Obersten Sanitätsrates“, BMGFJ „Säuglingsernährung heute 2006“ Kurzfassung, s. auch Kap. 6 Empfehlung und Conclusio
  • Facharbeit im Rahmen zur IBCLC Ausbildung 1999/2000, Stillbroschüre „Ein Leitfaden für das klinische Personal“ Lindinger Christine

 

Internet-Links

www.who.org Homepage der Weltgesundheitsorganisation
www.aap.org Homepage der American Academy of Pediatrics
www.ilca.org Homepage der International Lactation Consultant Association
www.stillen.at Homepage des VSLÖ (sowie www.stillen.de)
www.lalecheliga.at Homepage der La Leche Liga

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